Einsatz am Schoberpass – Drei verschüttete Personen
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Die Ausgangslage
Drei Personen wurden im Februar 2005 mitsamt Geländewagen von einer Katastrophen-Staublawine erfasst und mehrere hundert Meter weit mitgerissen. Der Lawinenkegel hatte riesige Ausmaße und war an den tiefsten Stellen bis zu 20m tief. Erschwerend kam hinzu, dass der gesamte Kegel mit Baumstämmen durchsetzt war, die in der Fließlinie der Lawine waren und mitgerissen wurden.
Sofort nach Abgang der Lawine wurde von der Einsatzleitung das Tiroler Rettungs System angefordert. Zu diesem Zeitpunkt war bekannt, dass drei Personen, ein Traktor sowie ein Geländewagen verschüttet waren. Der Suche der Verschütteten galt in dieser Phase das größte Augenmerk.
Der Einsatz
Mit Hilfe von Lawinensuchhunden, Metalldetektoren und Lawinensonden sowie durch Messungen von Störungen des Erdmagnetfeldes (Metallteile) wurde systematisch der Lawinenkegel abgesucht. Da die Lawine in einem bewaldeten Gebiet abgegangen war, war sie mit Baumstämmen massivst durchsetzt. Dies machte den Einsatz mechanisch äußerst schwierig.
Das Tiroler Rettungs System kam zum Einsatz, um die von den Einsatzkräften gewonnenen Verdachtspunkte abzuklären. Mit Hilfe der Dampfsonden wurden an den Verdachtspunkten Löcher in den Schnee gedampft und anschließend mit der Ortungskamera überprüft. So konnte jeder Verdacht überprüft werden und ein zeit- und kraftaufwändiges Graben an der jeweiligen Stelle war nicht notwendig.
Eine Vielzahl von Fahrzeugteilen wurde auf diese Weise gefunden und die Informationen über die Fundstelle bzw. Fundtiefe gaben weitere Auskünfte über die Fließlinie der Lawine sowie über die wahrscheinliche Verschüttungstiefe der Personen. Auf Grund der Tatsache, dass die Lawine komplett mit Bäumen durchsetzt war und die Schneemassen im Bereich der wahrscheinlichsten Verschüttungsstelle noch ca. 12m tief waren, wurde die Suchaktion für zwei Monate unterbrochen. Nachdem der Schnee teilweise abgeschmolzen war, wurde die Suche erneut aufgenommen.
Verschiedenste Methoden wurden entwickelt und eingesetzt, um den verbleibenden Lawinenkegel zu durchsuchen. So wurden z.B. in Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr mittels eines Hochdruckwasserstrahls Schächte angelegt, die daraufhin von Mitgliedern des Einsatzteams des Tiroler Rettungs Systems abgesucht wurden. Drei Monate nach dem verheerenden Unglück konnten die letzten beiden Verschütten an Verdachtspunkten der örtlichen Einsatzkräfte von Mitgliedern des Tiroler Rettungs Systems in 4,5 Metern Tiefe lokalisiert werden. Somit konnten alle Verschütteten geborgen werden.
Resumee
Der Einsatz des Tiroler Rettungs Systems – wie auch jedes anderen Ortungssystems – unter solch schwierigen Bedingungen(Lawinenkegel enorm mit Bäumen durchsetzt) stellt eine enorme Herausforderung dar. Der Einsatz wurde im Grenzbereich des mechanisch Möglichen durchgeführt. Trotz dieser schweren Bedingungen kam der Vorteil des Tiroler Rettungs Systems zum Tragen: das einfache und schnelle Überprüfen von Verdachtspunkten innerhalb der Lawine und eindeutige Überprüfungsergebnisse für die eingesetzten Suchmannschaften.
Bilder Einsatz
Tiroler Rettungs System
Stefan Lackner, Bergführer
Telefon: +43-(0)664-13 11 342
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