Verfahren
SIMLA-Verfahren
Das SIMLA-Verfahren ist eine Methode zur Ortung und Bergung von Verunglückten im Falle eines Lawinenunglücks bzw. eines Spaltensturzes. Vor allem bei Lawinenunglücken ist es notwendig, den Verschütteten binnen kürzester Zeit zu bergen, da bereits nach 30 Minuten die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Verschütteten auf unter 50% sinkt. Mit Hilfe des SIMLA-Verfahren kann die Zeit zur Ortung des Verschütteten drastisch verkürzt werden und die Minuten, die über Leben und Tod entscheiden, können eingespart werden.
Konventionelle Bergung
Das Verfahren, das bis jetzt bei Lawineneinsätzen angewandt wird, ist seit den Ursprüngen der Lawinenbergung unverändert. Am Lawinenkegel wird von den Rettern eine sogenannte Sondierkette gebildet. Daraufhin wird mit sogenannten Bilgeri-Sonden, im Schnee nach dem Verschütteten gesucht.
Wenn sich der Verdacht, dass der Verschüttete an der jeweiligen Stelle verschüttet ist, erhärtet wird ein Loch in den Schnee gegraben um den Verdacht zu überprüfen. Häufig stößt man allerdings nicht auf den Verschütteten, sondern auf andere Gegenstände (Erde, Äste) und nicht auf den Verschütteten.
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In der Zwischenzeit ist kostbare Zeit verlorengegangen, da die Sondierkette nicht an einer beliebigen Stelle ihre Arbeit aufnehmen kann. Auch der sogenannte "Schaufler-Trupp" ist enormen Strapazen ausgesetzt, wenn innerhalb kürzester Zeit unzählige, metertiefe Löcher in den Schnee gegraben werden müssen.
SIMLA-Verfahren
Das SIMLA-Verfahren kommt dort zum Einsatz, wo bisher die "Schaufler-Trupps" eingesetzt wurden. Anstatt sich mühsam händisch mehrere Meter durch den Schnee zu graben werden mit einer Dampfsonde drei Löcher in einer Dreiecksanordnung in den Schnee gedampft. Die Dampfsonde dringt selbstständig soweit in den Schnee vor, bis sie auf Widerstand stößt. Daraufhing wird die Dampfsonde zurückgezogen und eine Kamera wird in das Loch hinabgelassen. Mit dieser Kamera kann nun abgeklärt werden, ob sich der Verschüttete an der Stelle befindet oder nicht.
Befindet sich der Verschüttete an dieser Stelle kommt die Dampfsonde erneut zum Einsatz. Während die Schaufler ein Loch zum Verschütteten graben, kann mit der Dampfsonde versucht werden, den Schnee rund um den Verschütteten freizudampfen und somit den Druck des Schnees auf den Körper zu minimieren.
Mit Hilfe der Dampfsonde, können binnen kürzester Zeit mehrere Meter Schnee und Eis überwunden werden und die Zeit zur Ortung und Bergung eines Verschütteten kann deutlich verkürzt werden.
Vorteile
Die Vorteile des SIMLA-Verfahrens gegenüber konventionellen Ortungs- und Bergeverfahren sind:
- Abklärung von Hohlräumen im Bereich der Lawinenbahn (Bäume, Wurzeln von Bäumen, große Steine mit einer Ausladung (Überhang) …Abklärung mit den bisherigen Methoden nicht möglich.
- Exakte Abklärung bei einem Verdacht eines Sondierers einer Sondierkette. Geringer Aufwand, genaues Ergebnis. Man kann sich das herkömmliche Abklären durch Graben von unnötigen Löchern ersparen.
- Zeitersparnis bis Kontakt mit dem Verunfallten hergestellt werden kann. Ersparnis bis zu mehreren Stunden. Entsprechend höher sind die Überlebenschancen anzusetzen.
- Wesentliche Erhöhung der Überlebenschancen von Verunfallten durch:
Zuführung von Luft/Sauerstoff, Wegschmelzen des Schnees im Kopf Brustbereich, der Körper wird frei, dadurch wird spontan Atmung von der Mechanik her zugelassen.
Einsatzmöglichkeiten
Für das SIMLA-Verfahren existieren unzählige Einsatzmöglichkeiten. Unter dem Menüpunkt Anwendung finden Sie einige Szenarien, bei denen der Einsatz des SIMLA-Verfahren denkbar ist. In einigen konkreten Fällen hätten durch das SIMLA-Verfahren Leben gerettet werden können – wenn das System zum Einsatz gekommen wäre.